Natur - und Artenschutz

NABU-Tipp: Nicht jeder gefundene Igel braucht Hilfe  
 
Unterschlupf statt Hausarrest

Ort - Mit den sinkenden Temperaturen fragen sich wieder viele Menschen beim Anblick eines Igels, ob das Stacheltier denn auch heil über den Winter kommen wird. "Für gesunde Igel ist das kein Problem", meint Hans Baas von der NABU-Gruppe Süßen. "Sie haben sich eine dicke Fettschicht angefressen, von der sie in ihrem Winterschlaf lange zehren können." Fehlt nur noch das passende Winterquartier. "Im Naturgarten gibt es genügend Auswahl", so Hans Baas. "Hier finden Igel Unterschlupfmöglichkeiten in Reisig-, Holz- und Steinhaufen oder in Hecken."

Das Einsammeln von Igeln ist dagegen meist überflüssig. Nur solche Tiere, die weniger als 500 Gramm wiegen, sollten unter Umständen von fachkundigen Menschen gepflegt werden. Wenn verletzte, kranke oder verwaiste Tier Hilfe brauchen, muss diese artgerecht und fachkundig erfolgen. Dabei muss beachtet werden: Igel sind Wildtiere, keine Haustiere. Auf keinen Fall dürfen Sie mit Speiseresten oder Milch gefüttert werden. Und nicht jeder Igel braucht Hilfe - aber jede Hilfe muss richtig sein!

Auch im Straßenverkehr ist jetzt Vorsicht geboten: Auf der Suche nach Nahrung und Winterquartieren kreuzen die Igel unvermeidlich Straßen in ihren bis zu 40 Hektar großen Lebensräumen. Sie rollen sich nicht zur Stachelkugel, wenn ein Auto naht. Vielmehr versuchen sie zu flüchten und werden dabei allzu oft von Fahrzeugen erfasst. Vorsichtiges, bremsbereites Verhalten am Steuer im Siedlungsbereich kann Igelleben retten.

Mehr Informationen über den Igel und wie sie richtig helfen können finden Sie in der NABU-Broschüre "Der Igel - Pflegefall oder Outdoor-Profi", die Sie gegen € 3,06 (in Briefmarken, inkl. Porto) beim NABU Landesverband Baden-Württemberg bestellen können: Tübinger Str. 15, 70178 Stuttgart, Tel. 0711-96672-12, service@nabu-bw.de, oder im Internet www.nabu-bw.de

Für Rückfragen: info@nabu-suessen.de